Florianópolis - von Berbigão bis Xuxa

15.11.2021

Die Brasilianer nennen sie liebevoll 'Floripa', wie auch alle, die dem Charme dieser Stadt und der magischen Insel erlegen sind. Denn die Hauptstadt des Bundesstaats Santa Catarina ist außergewöhnlich,.

Florianópolis vom Kontinent aus gesehen. (c) Foto: Runge-36
Florianópolis vom Kontinent aus gesehen. (c) Foto: Runge-36

von Prof. Dr. Elmar Eggert, A bis Z von Danny Hernández Ríos

Sie liegt auf einer der Küste vorgelagerten Insel, die neben der Stadt großartige Landschaften zu bieten hat, natürlich auch viele einmalige Strände. Diese können wie Floripa auf der geschützteren Seite Richtung Küste des Festlands liegen oder auf der östlichen Seite dem Atlantik zugewandt, so auch im Norden der Insel oder im Süden. Mit dieser traumhaften Lage und seinen paradiesischen Stränden, v.a. an der Atlantikseite, hat Floripa es geschafft, zu einer der wichtigsten Destinationen für Touristinnen und Touristen zu werden, natürlich auch wegen des weiteren kulturellen Angebots für Partygäste mit einer Vielzahl an Clubs und Tanzlokalen. Dabei gehört Florianópolis mit zu den sichersten Städten in Brasilien. 

Die Innenstadt ist typisch für Brasilien mit einer von Hochhäusern geprägten Skyline, aber an einigen Stellen auch sehr schön mit vielen Gebäuden im Kolonialstil, mit einem sehr lebhaften und sehenswerten Markt (Mercado Público) gleich zu Beginn. Aber diese Stadt, die fast eine halbe Million Einwohner zählt, hat natürlich viel mehr zu bieten: die Universität gehört mit zu den besten in Brasilien und damit in Lateinamerika.

Parque da Luz (c) Foto: E. Eggert
Parque da Luz (c) Foto: E. Eggert

Die Natur ist exuberant, passend zur Lage auf 27 ° südlicher Breite (ähnlich Windhoek oder Brisbane, wie es der Südspitze der Kanaren in nördlicher Breite entspricht), daher sind viele gewaltige Bäume zu sehen, wie im sehr schönen Parque da Luz.

Eine große Attraktion ist der langgezogene See Lagoa da Conceição in der Mitte der Insel, an dessen Ufern man hervorragend sitzen und bei einem guten Essen auf das Wasser blicken kann (ähnlich groß wie der Selenter See in Schleswig-Holstein). Rund um den See, aber auch auf der gesamten Insel kann man hervorragend wandern und die außergewöhnlich schöne Landschaft bewundern.

TAMAR (c) Foto: E. Eggert
TAMAR (c) Foto: E. Eggert

Ein Geheimtipp: Dort ist in der Nähe des Strands von Barra da Lagoa auch das Projekt TAMAR zu besichtige, das mit Fördergeldern eine Station zum Schutz und zur Aufzucht von Meeresschildkröten betreibt.

Wahrzeichen der Stadt ist auch die Brücke Hercílio Luz, die Florianópolis mit dem Festland verbindet, gleichzeitig aber auch ein architektonisches Highlight darstellt.

Die Region wird wegen ihres Charmes auch als "Ilha da Magia", also 'bezaubernde Insel' bezeichnet.

Forte de São José (c) Foto: E. Eggert
Forte de São José (c) Foto: E. Eggert

Im Norden der Insel liegt die Festung mit dem Namen Forte de São José da Ponta Grossa, die im 18. Jh. zur Verteidigung der Insel errichtet wurde. Unten am westlichen Ufer zur Bucht hin liegt ein weiterer schöner weißer Sandstrand, die Praia do Forte.

So bietet die Insel kulturelle, historische und landschaftliche Attraktionen und lädt gleichzeitig zum Entspannen am Strand oder bei Wanderungen ein.

Viel Spaß beim Entdecken und Genießen!

Für mehr Informationen zu Floripa - hier Florianópolis von A bis Z:

Açoriano - Das brasilianische Portugiesisch in Floripa kann zuweilen schon mal etwas anders klingen als anderswo in Brasilien. Das liegt hauptsächlich am Dialekt der nicht nur Eigenheiten der Südstaaten aufweisen kann, sondern auch und insbesondere durch die Einwanderung von den Azoren ausgehend 'azorianische' Züge hat. Also Ohren auf - vielleicht hört ihr ja ein paar Unterschiede heraus?

Berbigão - Die berbigão, zu deutsch Herzmuschel, ist Hauptbestandteil eines regionalen Gerichts der Florianopolitanern: der pastel de berbigão.  Diese frittierten Taschen ähneln den spanischen Empanadas und sind mit einer Mischung aus Herzmuschelfleisch, Tomate, Zwiebel,  und Knoblauch gefüllt.

Campeche - Der Strand von Campeche mit der gleichnamigen vorgelagerten Insel gehört wohl zu den schönsten Stränden der Stadt. Die manchmal schon sehr hohen Wellen können auch Surffreunde genießen.

Dünen - Surfen kann man allerdings in Florianópolis nicht nur zu Wasser, sondern auch zu Sand. Sandboarding nennt sich der Spaß, der ähnlich dem Snowboarding mit einem großen Brett insbesondere in den hohen Dunas da Joaquinha betrieben wird.

Einwanderer - Brasiliens Gesellschaft ist eine zu größten Teilen von Einwanderern geprägte Gesellschaft. In und um Florianópolis leben dabei zu größtem Teil Einwanderer portugiesischer Herkunft, insbesondere der Azoren und von Madeira, deutscher und italienischer Herkunft. In mehreren Einwanderungswellen hat sich in den letzten drei Jahrhunderten so eine Mischung gefestigt, die noch heute dafür sorgt, dass Italienisch und Deutsch teils neben dem Portugiesischen Schulsprachen in der Region sind und oft auch noch von älteren Generationen verstanden werden. Insbesondere diese ältere Bevölkerung bleibt auch gerne mal in der Stadt stehen und reagiert auf gehörtes Deutsch und fordert so zum Plausch auf. 

Forte de São José da Ponta Grossa - Einen Besuch wert ist das Forte de São José gewiss. Das gut erhaltene Gebäude wurde von 1740 bis 1765 aus strategischen Gründen zur Verteidigung der nördliche Bucht durch die Portugiesen unter José da Silva Paes errichtet. Von 1991 bis 1992 wurde es restauriert und steht heute Tagesbesuchern offen.

Gelbfieber - Obwohl es keine Einreisevorschriften bezüglich einer Gelbfieberimpfung gibt, empfehlen wir durchaus eine Immunisierung. Insbesondere in Florianópolis ist es in den letzten Jahren vermehrt zu Gelbfieberausbrüchen gekommen. Zu bedenken ist auch, dass einige Staaten Reisende, die aus Brasilien kommen und nicht geimpft sind, an der Grenze zurückweisen, so z.B. die USA.

Historical Museum of Santa Catarina - Das historische Museum des Staates Santa Catarina befindet sich heute im Palacio Cruz e Souza und bietet eine umfangreiche Ausstellung zur Region, ihrer Geschichte, der Einwanderung und vielem mehr. Ein Besuch lohnt sich.

Iguatemi - Genug von Strand und Sonne? Neben der Innenstadt, welche sich hervorragend zum verweilen anbietet, gehört das Shoppingcenter Iguatemi zu den größten Komplexen, die einem alles bieten, was das Herz begehrt. 

Jurerê - Das Viertel Jurerê mit dem gleichnamigen Strand beherbergt heute eher die gehobene Mittelschicht der Stadt und zieht ebenso viele internationale Touristen an. Der Strand gehört zu den schönsten der Stadt.

Kathedrale - Die Kathedrale der Nossa Senhora do Desterro oder auch Catedral Metropolitana gennant, wurde von 1753 bis 1773 erbaut und gehört mitunter zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Die Orgel der Kirche wurde in Rietberg in Deutschland gefertigt. Mehrfach restauriert gehört sie sicherlich zu den schöneren Kirchen in Brasilien und lohnt einen Besuch.

Lagoa da Conceição - Der See der eigentlich eine Lagune ist, gibt heute dem gleichnamigen Stadtteil seinen Namen. Hier kann man die Natur genießen, bei lauen Sommerabenden mit einem Glas Wein anstoßen, Sort treiben und vieles mehr. Die nicht nur bei Hipstern und Expats beliebte Gegend überzeugt nicht nur durch seinen Charme, sondern vor allem auch durch seine überaus hohe Sicherheit, seinen Lifestyle, sein Freizeitangebot, eine hohe Lebensqualität, großartige Aussichten und vieles mehr. Auch das Nachtleben ist hier mitunter am buntesten.

Mercado Público - Der Mercado Público gehört wie in vielen Städten Brasiliens definitiv auf die Sightseeing-Liste eines jeden Touristen. Die vielen kleinen Läden und Stände sind in Nischen untergebracht - architektonisch sehr schön. 

Namensgebung - Von den Ureinwohnern wurde die Gegend noch als Meiembipe bezeichnet, erst die Portugiesen benannten sie 1514 als Ilha dos Patos aus dem später die Ilha de Santa Catarina wurde. 1673 wurde sie erneut umbenannt in Nossa Senhora do Desterro, kurz Desterro. Erst 1726 wurde die eigentliche Stadt als Vila gegründet. Mehr als 150 Jahre später wurde diese letztlich nach dem Präsidenten Floriano Vieira Peixoto benannt. Die Endung polis stammt dabei aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Stadt. 

Ozean -

Praia Mole -

Quando? -

Reisemöglichkeiten -

Sambaqui -

TAMAR - Das Projeto TAMAR (TArtarugas MARinhas) setzt sich seit den 70ern für den Schutz von Schildkröten ein. In einer Schutzstation an der Barra da Lagoa kann man sich dabei über allerhand Dinge zu Meeresschildkröten informieren und in mehreren Tanks vier der fünf Arten von Meeresschildkröten bestaunen. Unbedingt besuchen! Mehr Informationen hierzu gibt es unter www.tamar.org.br

(c) Projeto TAMAR, Renato Barreto
(c) Projeto TAMAR, Renato Barreto

UFSC - 

Victor Meirelles -

Wasserfälle -

Xuxa -

Yoga -

Zoo -